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Reviews

Man Power

"Man Power" (Correspondant)

10/10

  • Harry Schmidt
  • 6 June 2015
Man Power

Der Producer, der unter dem Alias Man Power in den vergangenen zwei Jahren vielbeachtete EPs und Remixe auf Labels wie Hivern Discs, Throne of Blood, Is It Balearic?, Ene Records und Correspondant, wo jetzt auch das Debütalbum erscheint, veröffentlichte, möchte anonym bleiben. Angesichts der Qualität der elf Tracks darf bezweifelt werden, ob das klappt. Bereits werden Namen wie Tim Sweeney, John Talabot oder Michael Mayer gehandelt. "Man Power" besticht auf Anhieb mit der eigenständigsten und durchgängigsten Ästhetik, die man seit langem gehört hat. Gerahmt durch das suggestive "A Start of Sorts" als Intro und das sphärische "Fin" als Outro, zieht sich ein unbestechliches Gespür für Sounddesign als roter Faden durch die mit Ausnahme des kurzen "Lude", das den Longplayer in der Hälfte teilt, zwischen 4 und 6 Minuten langen Tracks. Durch die pulvrige Trockenheit des hypnotischen Minimal-Disco-Beats von "Boys Beware" hallen Referenzen wie Laurie Anderson und Tangerine Dream, schlängelnde Bleeps und gebogene Flächen in metallenen Klangfarben pulsieren als Hookline um die vertrackten, entgegen aller Wahrscheinlichkeit im Stereoraum verteilten Clap-Pattern. Jeder Track entfaltet zwingende Wirkung, ob mit wavigem Italo-Touch und Akkordeonklängen aus dem Synthesizer wie "French Basic" oder das hitverdächtige "Forget to Remember", moody Clavinett wie in "Hunting Swan" oder Steve-Reich-Appeal wie "Inside". Traumhaft gelungen, zutiefst befriedigend – eine Rarität: das Album der Stunde über den Tag hinaus. Grandioser Anwärter auf Jahresbestleistungen.

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